Abnehmen mit Leptin. Das Leptin "Geheimnis"

Das Hormon Leptin wurde im Jahr 1994 von dem amerikanischen Molekulargenetiker Jeffrey Michael Friedmann entdeckt. Seine Arbeit beruhte auf den Forschungen des kanadischen Biochemikers Douglas Leonard Coleman, der den Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“) und die Adipositas (Fettleibigkeit) erforscht hatte. Bei seiner Arbeit mit fettleibigen Mäusen waren Coleman zwei Mutationen aufgefallen, die den Einfluss eines noch unbekannten Hormons auf das Hungergefühl nahelegten. Friedman führte die Untersuchungen fort, entdeckte schließlich das Hormon und nannte es Leptin. Mit diesem Namen nahm er Bezug auf das griechische Wort für „dünn“: leptos.

Friedmann beschrieb den regulierenden Einfluss des Hormons Leptin auf das Hunger- und das Sättigungsgefühl, sodass es schon bald als Wundermittel gegen Fettleibigkeit gefeiert wurde. Tatsächlich konnten einige übergewichtige Menschen, die zu wenig von dem Hormon produzierten, mit Leptin abnehmen. Bei einem Großteil der Fettleibigen zeigte das Hormon Leptin allerdings keine Wirkung: Sie produzierten selbst ausreichend Leptin, waren aber gegen seine Wirkung resistent. Diese Ergebnisse entsprechen den zwei Mutationen, die Coleman bei seinen Mäusen entdeckt hatte.

Damit Fettleibige mit Leptin abnehmen können, müssen Sie also entsprechend ihrer Mutation behandelt werden. Wie genau dies zu erfolgen hat, ist bis heute Gegenstand intensiver Forschungen. Im folgenden Text werden wichtige Grundlagen zum Leptinkreislauf und neuste Forschungsergebnisse vorgestellt.

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Was ist das Besondere an dem Hormon Leptin?

Leptin ist ein sogenanntes Proteohormon. Diese Hormone sind fettunlöslich und übernehmen im Körper Botenfunktionen. Die Aufgabe des Leptins besteht in der Hemmung des Hungergefühls und der Aktivierung des Sättigungsempfindens, sobald die Fettdepots des Körpers ausreichend gefüllt sind. Das Hormon wird zu diesem Zweck zu großen Teilen von den Zellen des Fettgewebes, den sogenannten Adipozyten, freigesetzt. Dabei gilt: Je mehr Fettdepots im Körper vorhanden sind, desto mehr Leptin wird im Normalfall produziert.

Das Hormon dockt an Rezeptoren des Hypothalamus an, einem Abschnitt des Zwischenhirns, in dem unter anderem die Nahrungsaufnahme des Menschen gesteuert wird. Sobald die entsprechenden Rezeptoren besetzt sind, empfindet der Mensch in der Regel ein Gefühl der Sättigung und stellt die Nahrungsaufnahme ein. Problematisch wird es, wenn der Körper entweder zu wenig Leptin produziert oder die Rezeptoren des Hypothalamus nicht auf das Hormon reagieren.

Wie kann man mit Leptin abnehmen?

Im Hypothalamus werden sowohl appetitanregende als auch appetithemmende Stoffe produziert. Beide werden über entsprechende Rezeptoren mit Leptin reguliert. Sobald es in einer ausreichenden Konzentration vorliegt, unterdrückt es zum einen die Bildung der appetitanregenden und fördert zum anderen die Produktion der appetithemmenden Stoffe. Solange der Körper Energie und Fettreserven benötigt, herrscht im Körper ein Mangel an Leptin, sodass die appetitanregenden Stoffe überwiegen und das Hungergefühl vorherrscht.

Sobald der Körper eine ausreichende Menge an Fettreserven angelegt hat, liegt so viel Leptin vor, dass die appetithemmenden Stoffe überwiegen und ein Gefühl der Sättigung eintritt. Ist dieses Gleichgewicht gestört, kommt es schnell zu einem Missverhältnis in Form eines Überschusses an unerwünschten Fettreserven.

Hier wurde zunächst das „Geheimnis“, wie man mit Leptin abnehmen kann, vermutet: Die Fettleibigkeit wurde als die Folge einer verminderten Leptinproduktion angesehen und sollte durch Zufuhr des Hormons von außen erhöht werden. Auf diese Weise sollte ein gesundes Verhältnis zwischen Sättigungs- und Hungergefühl hergestellt und darüber das Gewicht reduziert werden.

Wie kann das Hormon Leptin erhöht werden?

Das Abnehmen mit Leptin durch eine Erhöhung der Hormonkonzentration klingt vernünftig und tatsächlich haben Untersuchungen gezeigt, dass Fettleibige aufgrund von Leptininjektionen ihr Essverhalten geändert und abgenommen haben. Doch was so leicht klingt, ist keineswegs einfach. Dafür gibt es mehrere Gründe: Das Hormon kann seine Wirkung nur dann entfalten, wenn es in den Blutkreislauf und darüber in das zentrale Nervensystem gelangt.

Es muss also injiziert werden und dies kostet pro Sitzung mehrere Hundert Euro. Abhilfe können einige Lebensmittel schaffen, die den Fettstoffwechsel und damit auch die Bildung von Leptin anregen. Dazu gehören unter anderem Avocado, Blumenkohl, Fische, Meeresfrüchte, Nüsse und Eier. Diese Nahrungsmittel rufen auch bei verminderter Kalorienzufuhr ein Sättigungsgefühl hervor und sind damit hervorragend für eine Diät geeignet. Die im Internet häufig angebotenen Kapseln, die das Hormon als Nahrungsergänzungsmittel enthalten, helfen dagegen nicht: Auf diesem Weg wird das Hormon einfach verdaut, ohne seine Wirkung entfalten zu können.

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Worum handelt es sich bei einer Leptinresistenz und was sind die Ursachen?

Im Laufe der Forschungen rund um das Abnehmen mit Leptin zeigte sich, dass viele Fettleibige keine Reaktion bei einer Erhöhung der Leptinkonzentration zeigen. Es stellte sich heraus, dass diese Menschen bereits eine ausreichende Menge an Leptin produzieren, das Hormon aber nicht von den Rezeptoren des Hypothalamus erkannt wird. Diese Störung des Fettstoffwechsels wird als Leptinresistenz bezeichnet und führt dazu, dass das Gefühl der Sättigung ausbleibt.

Eine andere Ursache für die Leptinresistenz kann darin liegen, dass das Hormon die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren kann. Dabei handelt es sich um eine extrem selektive Barriere, über die einerseits Nährstoffe ins Gehirn gelangen und andererseits Schadstoffe wie Gifte und Krankheitserreger oder eben auch Leptin zurückgehalten werden.

Welche Gründe gibt es für eine Leptinresistenz?

Es gibt verschiedene Gründe für eine Leptinresistenz, von denen Bewegungsmangel und falsche Ernährung als Hauptursachen zu nennen sind. Sie können zur Bildung von Stoffwechselprodukten führen, welche die Wechselwirkung des Leptins mit den Rezeptoren des Hypothalamus oder das Durchwandern der Blut-Hirn-Schranke verhindern.

Außerdem begünstigen sie die Entstehung einer Insulinresistenz, die eine erhöhte Fettspeicherung und eine weitere Gewichtszunahme zur Folge hat. Im Weiteren wurde lange Zeit angenommen, dass bei fettleibigen Menschen mit einer Leptinresistenz das übermäßige Angebot an Leptin zur Unempfindlichkeit der Rezeptoren im Hypothalamus führt. Hier haben neue Forschungen ergeben, dass dies nur in Kombination mit fettreicher Nahrung der Fall ist. Speziell gesättigte Fettsäuren heben die appetithemmende Wirkung des Leptins auf und fördern die Entstehung einer Leptinresistenz.

Darüber hinaus können Schlafstörungen zu einem Absinken der Leptinkonzentration führen. Dieser Mangel muss durch eine erhöhte Nahrungsaufnahme ausgeglichen werden, wodurch das Abnehmen mit Leptin gestört wird.

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Welcher Zusammenhang besteht zwischen Leptinresistenz und Fructose?

Mit Leptin abnehmen ist zwar grundsätzlich effektiv, aber nicht einfach umzusetzen, woran auch die Lebensmittelindustrie Anteil hat. So wird in vielen Diätprodukten Fructose, also Fruchtzucker, anstelle von Haushaltszucker eingesetzt. Das liegt unter anderem daran, dass die Süßkraft der Fructose besonders hoch ist. Auf diese Weise kann die Menge an eingesetztem Zucker reduziert werden, was im Sinne einer kalorienbewussten Ernährung zunächst vernünftig erscheint.

Verschiedene Studien legen jedoch nahe, dass Fructose den Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel beeinflusst und die Entstehung von Fettleibigkeit fördert. Es wird unter anderem angenommen, dass Fructose zum einen die Synthese und Speicherung von Fett anregt und zum anderen die für Leptin relevanten Rezeptoren im Hypothalamus besetzt, sodass das Eintreten des Sättigungsgefühls verzögert oder sogar unterdrückt wird. Es ist also ratsam, auf industrielle Produkte mit Fructose als Zuckeraustauschstoff zu verzichten, wohingegen Obst in vernünftigen Mengen unbesorgt genossen werden kann.

Wie lässt sich eine Leptinresistenz vermeiden?

Zum Abnehmen mit Leptin ist es also nicht nur nötig, eine ausreichend hohe Menge an Leptin zur Verfügung zu haben. Es muss außerdem eine Wechselwirkung mit den Rezeptoren des Hypothalamus möglich beziehungsweise die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke für das Leptin sichergestellt sein. Da es sich bei der Wechselwirkung des Leptins mit dem Hypothalamus um einen natürlichen Kreislauf handelt, ist es naheliegend, dass die modernen Ernährungsgewohnheiten eine Leptinresistenz fördern.

Dazu gehören vor allem Getreideprodukte beziehungsweise das darin enthaltene Gluten, welches die Rezeptorenstellen des Leptins besetzen kann. Hier kann es helfen, auf glutenfreie Getreidearten wie Amaranth, Buchweizen, Hirse, Mais und Reis zurückzugreifen. Auch bei einem Wechsel von drei großen auf mehrere kleine Mahlzeiten steigen die Chancen, mit Leptin abnehmen zu können. Weiterhin ist Bewegung ein wichtiger Faktor. Diese kann durch verschiedene Prozesse den Stoffwechsel anregen und dadurch eine bestehende Leptinresistenz reduzieren oder sogar abbauen.

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